Presseinformation

Wiesbaden, 29. Oktober 2010 

Ist das Geschäftsmodell Druckerei zukunftsfähig?Wirtschaftsausschuss des bvdm fordert Branche zum Handeln auf 

Web-to-Print ist das Trendthema der Druckindustrie. Aber ist es auch ausreichend,als Druckerei die eigenen Produkte und Leistungen lediglich auf einer Homepageoder über einen standardisierten Online-Shop anzubieten? Die Auswirkungen des„eBusiness“ auf die Geschäftsmodelle der Druckindustrie durchleuchtete derWirtschaftsausschuss des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) unter derLeitung von Thorsten Anhalt (Fries Printmedien, Köln) und Ernst Zoller (C. H. Beck,Nördlingen) auf der Herbstsitzung Ende Oktober in Mainz. 

In seinem zukunftsorientierten Vortrag zeigte Bernd Zipper (zipcon consulting,Essen) die heute bereits greifenden Auswirkungen des Kommunikations- undMedienwandels auf die Einkaufsgewohnheiten von Printbuyern und Konsumenten.Um zukünftig erfolgreich zu sein, reiche es nicht aus, einen Print-Shop von der„Stange“ in das Internet zu setzen. Das gesamte Geschäftsmodell ist intensiv zuüberprüfen und an die Erfordernisse der digitalen Marktkommunikationanzupassen. Zipper: „Was die Welt nicht braucht, sind ‚Drucker’, die auch nochonline gehen.“ Aber: „Die Möglichkeiten des ‚eBusiness Print’ sind beisachgemäßem Einsatz, der Überlebensgarant für jeden Druckbetrieb.“ Denn dieAkzeptanz online-basierter Services erfolgt schneller als erwartet undprognostiziert. So verlagern Business-Kunden den Einkauf von Druckproduktenimmer häufiger in das Internet. Dies, so Anhalt in der anschließenden Diskussion,„erfordert neue Wertschöpfungsketten für den Printbereich“.

Eine Möglichkeit für Unternehmen aller Größen und Strukturen sind Print-Portale.Olav Kollin (Kollin Mediengesellschaft, Neudrossenfeld) stellte in einem weiterenVortrag mit „Print4Reseller“ eine Druckportal-Lösung mit Wiederverkäuferoptionvor. „Durch flexible Anpassungen an die Zielgruppen und Spezialisierungen bietendiese“, so Kollin, „insbesondere für kleinere Unternehmen, eine erste Option, denWandel der Branche zum eBusiness mitzugestalten“. 

Viele Unternehmer dürften die Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodellschlicht überfordern. Ein wichtiger Schritt ist daher die Zusammenarbeit mitExperten des digitalen Business. Hier bieten insbesondere die Verbände Druckund Medien in Zusammenarbeit mit zipcon und den Web-to-Print- bzw. ePrint-Portal-Kongressen wichtige Plattformen und Hilfestellungen zur Orientierung an.Zum Ende der Diskussion zog Anhalt das Fazit, „dass die Auswirkungen desWandels hin zum Internet-Business in weiten Teilen der Branche unterschätztwerden und hierzu unbedingt ein neues Verständnis reifen muss“. Denn ohne dieAusrichtung des Geschäftsmodells auf das eBusiness wird ein Überleben für vieleBetriebe in der Zukunft kaum zu realisieren sein. (bvdm) 

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